Deklination

De|kli|na|ti|on 〈f. 20
1. 〈Gramm.〉 Abwandlung der Substantive, Adjektive, Pronomen u. Artikel, Bildung der vier Fälle; →a. Beugung (3); → Lexikon der Sprachlehre
2. 〈Astron.〉 Winkelabstand eines Gestirns vom Himmelsäquator
3. 〈Geophys.〉 Abweichung der Richtung einer Magnetnadel von der wahren Nordrichtung; Sy Missweisung (2)
[<lat. declinatio „Abbiegung, Beugung“]

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De|kli|na|ti|on, die; -, -en [lat. declinatio, eigtl. = Abbiegung]:
1. (Sprachwiss.) Flexion (des Substantivs, Adjektivs, Pronomens u. Numerales):
die starke, schwache D.
2. (Astron.) Abweichung eines Gestirns vom Himmelsäquator.
3. (Physik) Abweichung der Richtungsangabe der Magnetnadel [beim Kompass] von der wahren Nordrichtung; Missweisung.

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Deklination
 
[lateinisch] die, -/-en,  
 1) Astronomie: Formelzeichen δ, der Winkelabstand eines Gestirns vom Himmelsäquator; eine der beiden Koordinaten im festen beziehungsweise beweglichen Äquatorsystem (astronomische Koordinaten). Die Deklination wird positiv für nördlich, negativ für südlich des Äquators gelegene Himmelskörper gezählt.
 
 2) Sprachwissenschaft: Formenwechsel von Substantiv, Artikel, Adjektiv, Pronomen und Numerale nach Kasus, Numerus und Genus. Durch Deklination wird die grammatische Beziehung der einzelnen Satzglieder zueinander ausgedrückt. Die Deklination ist in den einzelnen indogermanischen Sprachen unterschiedlich ausgebildet und im Lauf der Sprachgeschichte vereinfacht worden (so besitzt z. B. das Englische, von der Morphologie her gesehen, keine Deklination mehr). Die indogermanischen Deklinationsklassen werden nach dem Stammauslaut bezeichnet (z. B. a-, o-, i-, n-Deklination). Nach J. Grimm unterscheidet man in der deutschen Grammatik eine starke Deklination, eine schwache Deklination und eine gemischte Deklination. Bei der starken Deklination endet der Genitiv des Singulars auf -(e)s, der Nominativ des Plurals auf -er, -e oder -s (er kann auch endungslos bleiben oder durch Umlaut gebildet werden), z. B. »Mann, Mannes, Männer«. Die schwache Deklination endet in allen Kasus (außer im Nominativ des Singulars) auf -en oder -n, z. B. »Held, Helden, Helden«. Die Feminina beider Deklinationsklassen sind im Singular endungslos. Bei der gemischten Deklination entspricht der Genitiv des Singulars dem der starken, der Nominativ des Plurals dem der schwachen Deklination, z. B. »Ohr, Ohr(e)s, Ohren«. (Flexion)
 
 3) Geodäsie und Geophysik: der Winkel, den in einem Punkt der Erdoberfläche die Richtungen des geographischen Meridians (Geographisch-Nord) und des - durch die Längsachse der Kompassnadel angezeigten - magnetische Meridians (Magnetisch-Nord) miteinander bilden. Weicht Magnetisch-Nord von Geographisch-Nord nach Osten ab, heißt sie östliche oder positive Deklination, bei Abweichung nach Westen heißt sie westliche oder negative Deklination. Die Deklination unterliegt säkularen Änderungen; sie liegt zurzeit (1996) in Deutschland zwischen — 1,3º (Aachen) und + 1,6º (Frankfurt/Oder) und nimmt jährlich um 0,1º zu. In der Nautik wird die Deklination auch als Missweisung bezeichnet. (erdmagnetisches Feld)
 

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De|kli|na|ti|on, die; -, -en [lat. declinatio, eigtl. = Abbiegung]: 1. (Sprachw.) Flexion (des Substantivs, Adjektivs, Pronomens u. Numerales): die starke, schwache D. 2. (Astron.) Abweichung eines Gestirns vom Himmelsäquator. 3. (Physik) Abweichung der Richtungsangabe der Magnetnadel [beim Kompass] von der wahren Nordrichtung; Missweisung.

Universal-Lexikon. 2012.

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